Die wundersame Reise des Filias Cook

Kapitel 3: Durch die Wüste in die Hölle

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G leissend und flimmernd in der heißen Sonne erstreckte sich die Grosse Wüste soweit das Auge reichen konnte. Ich war am Fuße der weltumspannenden Berge angelangt. Weit hinter dem Horizont - hinter der Wüste - lag nun die Grenze. Die Grenze, die das Wunderland von der Außenwelt trennte. Mir stand ein langer, gefährlicher Weg bevor, ehe ich mein Ziel - die große Außenweltstadt Kulanda - erreichen sollte. Und zu allem Übel brummte mir mächtig der Schädel. Old Charlie und ich hatten noch bis spät in die Nacht gezecht ...
Langsam schritt ich durch den heißen Wüstensand. Die einzigen Spuren, die von Leben zeugten, waren hier und da ein paar verstreut liegende Skelette, die mich schauerlich angrinsten. Ich schleppte mich weiter. Meine Zunge klebte wie ein Stück ekelhafter Filz in der Mundhöhle. Es ging wohl langsam zu Ende. Schade eigentlich. Wo ich doch noch so viel sehen wollte! Und das dachte sich wohl auch mein Schutzengel, denn nicht weit vor mir warf ein gestrandetes Wüstenschiff rettenden Schatten. Irgendwann in der Nacht erwachte ich völlig gerädert, aber wieder lauffähig. Dank der Ratschläge von Charlie tappte ich nicht blind und dumm in diverse Fallen. Glücklich erreichte ich bei Sonnenaufgang das Ende der Wüste und den Saum eines beginnenden, tiefen Waldes. Gierig stürzte ich mich auf das frische Wasser des Baches, der am Wegesrand entlang plätscherte. Alten Karten zufolge war es jener Bach, der sich dann bei Kulanda in einem mächtigen Strom verwandelte, der dann wiederrum in das grosse Meer mündete. Ich hatte also nur dem Flüsschen zu folgen. Wüstenschiff
Nach einigen Tagen, der Weg stieg wieder etwas an, erreichte ich eine große Schlucht, wo ich in weiter Ferne geheimnisvolle, dunkle Ruinen ausmachen konnte. Wieder ein Punkt, zu dem ich später einmal zureckkehren sollte. Der Tag neigte sich dem Ende entgegen und ich beschloss, mir einen Unterschlupf zu suchen. Ich hatte Glück und fand eine Höhle. Neugierig machte ich noch am Abend ein paar Erkundungen. Zu meiner großen Verwunderung gelangte ich alsbald an einen unterirrdischen Bach, an dessen nebelverhangener, gegenüberliegender Seite ein Floss mit einem Fährmann warteten. Ich bliess in ein Nebelhorn und rief ich sie so zu mir. Da ich lange keine Menschenseele mehr gesehen hatte, freute ich mich auf etwas sozialen Kontakt. Als ich jedoch dem Fährmann in das Gesicht blickte, blieb mir das Herz fast stehen. Zwei glühende Augen aus einem Skelettschädel starrten durch mich hindurch. Ehe ich es begreifen konnte, befand ich mich schon auf dem Floss und strebte auf das andere Ufer zu. Gluthitze und Todesgeruch schlugen mir entgegen. Ödes Land und Zeichen der Vergänglichkeit umgaben mich. Ich hatte die Hölle betreten! Mit schaurigem Lachen grinste mich der Fährmann an. Mir wurde klar: so ohne weiteres würde er mich nicht zurückbringen.
Reichtum Ich kann euch sagen, es war nicht nur die Hölle, sondern es WAR die Hölle! Aber ich kam wieder raus. Nur wie, erzähl ich nicht. Sprechen wir lieber von angenehmen Dingen. Sprechen wir von Geld. Mein Ziel war Kulanda. Kulanda - das Zentrum des Geldhandels mit allem Drumherum. Was eben dazu gehört: Korruption, Spielsucht, Gängsterbanden usw. Pikanterweise wollte ich mich illegal bereichern UND auch an der Seite der Stadtwachen gegen das Unrecht und die Kriminalität kämpfen. Alles lief glänzend. Und nach einiger Zeit hatte ich respektable Mengen an Geld zur Seite geschafft. Grundstock für weitere Reisen. Nur ab sofort nicht mehr zu Fuss. Ach - iwo, Luxuskabinen entsprachen meinen Vorstellungen besser. Doch vorher wollte ich noch ein wenig für meine Bildung tun und schaute mich in der Magiekundigengilde um. Da war ich goldrichtig. Ein bisschen Hokuspokus und etwas mehr Simsalabim stärkten mein Selbstbewußtsein und wappneten mich für kommende Kämpfe mit Giganten, zähnefletschenden Ungeheuern und bösen, verführerrischen Hexen.
Die Zeit in Kulanda war kurzweilig. Schon bald hieß es, auf zum Hafen, rein ins Schiff. Ich wollte nämlich auf große Seefahrt gehen. Und davon erzählt das 4. Kapitel.

Kapitel 1: Meine Reise durch das zentrale Wunderland
Kapitel 2: Meine lange Reise durch die Berge
Kapitel 4: Meine Reise über die Inseln
Kapitel 5: Meine Reise durch das Riftland

Na neugierig geworden? Dann schmökert doch in ein paar weiteren Kapiteln oder schaut auch mal ins Wunderland! Ich für meinen Teil kehre jetzt dahin zurück. Diese Welt ist leider nichts für kleine blaue Zwerge ... leider.